Filmvorführung von „Tableau Ferraille – Das Leben hat keinen Preis“ in Anwesenheit von Moussa Sene Absa am Sonntag, 27.11.2011, 17:00 Uhr

Im Rahmen der Reihe „Soziale Bewegungen und Afrikanische Renaissance“ lädt AfricAvenir am Sonntag, 27. November um 17:00 Uhr zur Filmvorführung von „Tableau Ferraille – Das Leben hat keinen Preis“ in Anwesenheit des vielfach preisgekrönten (u.a. Silberner Bär, Berlinale!) senegalesischen Regisseurs Moussa Sene Absa ins Hackesche Höfe Kino ein. „Tableau Ferraillé“ ist eine meisterhafte Reflexion über die Fallstricke der aktuellen Wirtschaftspolitiken in Afrika und die dringende Notwendigkeit, Afrikas „traditionelle“ kommunitaristische Werte gegen die Habgier des globalen Kapitalismus zu bewahren (James MacBean). Im Anschluss an die Filmvorführung findet ein Publikumsgespräch mit dem Regisseur Moussa Sene Absa statt.

Synopsis
Der Film erzählt die Geschichte vom Aufstieg und Fall des jungen, westlich ausgebildeten und idealistischen Politikers Daam in der senegalesischen Küstenstadt „Tableau Férraille“. Daam steigt dank seiner ambitionierten Pläne und seiner guten Ausbildung schnell auf der politischen Karriereleiter nach oben, findet sich jedoch gleichzeitig im Netz familiärer und politischer Intrigen gefangen. Als er sich eine zweite Frau nimmt, da seine erste kein Kind empfangen kann, beginnt Daams Abstieg…

Moussa Sène Absa über den Film
„Was, wenn wir die Zeit bekämen, nachzudenken, wenn jedes Volk die Zeit bekäme, sich in seinem Rhythmus zu bewegen: Afrika ist gerade dabei, sein Schicksal zu erzwingen, das ist die Aussage meines Films (…) Afrika kann sein eigenes ökonomisches und politisches System erfinden. All die „-ismen“ haben den Kontinent nur geschadet. Afrika muss sein eigenes System (er)finden. Dazu braucht man Mut.“ Moussa Sene Absa

„Man hat uns reingelegt: wir leben unter dem Diktat der Weltbank und des IWF, und haben uns ihrem Begriff von „Entwicklung“ unterworfen. Man kann Teil des internationalen Systems sein und gleichzeitig seine eigenen Werte und Wurzeln bewahren, mit beiden Füßen fest auf dem Boden stehen. Ein Baum ohne Wurzeln wächst nicht. Afrika will ohne Wurzeln wachsen und blühen (…)“ Moussa Sene Absa

Presse
„Tableau Ferraille ist einer der Pfeiler der dritten Generation des afrikanischen Kinos. Seine schnelle Erzählweise und das Interesse des Films an Demokratie und Zivilgesellschaft prägen die filmischen Ausdruckmittel für die neue Generation afrikanischer Filmemacher.“ (Manthia Diawara, New York University)

„Moussa Sene Absa strukturiert (fast möchte man sagen choreographiert) seinen Film in einer Weise, dass sich für Afrika zwei mögliche Entwicklungswege aufzeigen: der eine führt zu Eigenständigkeit, Autarkie und sozialem Zusammenhalt, der andere durch übertriebenen Eigennutz zu sozialem Chaos.“ (Newsreel)

„Eine bildgewaltige Parabel über den Verlust von Traditionen und den Mangel an neuen Werten, die zugleich als melodramatische Studie menschlichen Verhaltens und der Manipulierbarkeit und als einfühlsame Liebesgeschichte in Szene gesetzt ist.“ (Zweitausendeins Verlag)

„Eine bewegende Kameraführung verleiht dem Film eine unvergleichliche Lyrik, die ihn vor der Falle des Akademismus bewahrt. Während er sich in Innenräumen weniger wohl fühlt, sind die Außenbilder atemberaubend und haben ihm einen Preis beim FESPACO eingebracht (…) Der Film besticht in den Konfrontationen, den Blicken und dem Unausgesprochenen (…) In diesem Lebensabschnitt schafft es Sene Absa mehr denn je, diese Melodie rüber zu bringen, die er wie eine Dringlichkeit verspürt: Afrika erlauben, sich gemäß dem eigenen Rhythmus zu bewegen.“ (Olivier Barlet, Africultures)

„Tableau Ferraillé bietet einen Einblick in die Funktionsweisen der Modernisierung, so wie sie heute in Afrika praktiziert wird, und zeigt eindrücklich wie „traditionelle“ Gemeinschaften zerstört und Grassroot-Entwicklung verzögert wird. In der Tradition früherer senegalesischer Meisterwerke wie Ousmane Sembènes „Xala“ oder Djibril Diop Mambetys „Hyänen“, verurteilt Absa den Verrat an der Unabhängigkeit Afrikas durch die korrupte post-koloniale Elite.“ (Newsreel)

Preise
Gewinner des Preises für die beste Kamera beim FESPACO 1997 und Gewinner des Preises für den besten Film beim Namur International Festival des Französischsprachigen Films.

Regisseur
Moussa Sene Absa, geboren 1958 in Dakar im Senegal, startet seine Karriere als Schauspieler am Theater, wo er bald auch bei seinem ersten Stück „La Légende de Ruba“ Regie führt. 1988 wird sein erster Kurzfilm „Le prix du mensonge“ veröffentlicht und gewinnt den „Silbernen Tanit“ beim Filmfestival in Karthago. Mit seinem Film „L’extraordinaire destin de Madame Brouette“ gewinnt er unter anderem den silbernen Bären der Berlinale und den Großen Preis der Jury beim Filmfestival in Paris. Neben seiner Tätigkeit als Regisseur ist Moussa Sene Absa auch als Verleger, Liedermacher und Künstler aktiv.

Tableau Ferraille (OEngl.U)
Senegal 1996, 90 Min., OenglU, R: Moussa Sene Absa, D: Ismael Lo, Ndeye Fatou Ndaw, Thierno Ndiaye Doss, Ndeye Bineta Diop, Amadou Diop
Sonntag, 27.11.2011, 17 Uhr
Hackesche Höfe Kino
Eintritt: 7,50€
Ermäßigt: Berlinpass, Gildepass, Heavy User Card, Filmreihe-Pass

Hackesche Höfe Kino
Rosenthaler Str. 40/41
10178 Berlin
S Hackescher Markt
U Weinmeisterstraße

Karten und Auskunft
030 283 46 03www.hackesche-hoefe.org nGefördert aus Mitteln der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin und von der GIZ aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Newsletter

Mit unserem Newsletter informieren wir Sie über Aktuelles zu AfricAvenir International Berlin und zu den Themen Dekolonisierung, Rassismuskritik und afrikanische Perspektiven. Tragen Sie sich hier ein und erhalten Sie zweimal pro Monat Termine, Lesetipps und andere Empfehlungen.