„SIE feiern in Weiß, WIR trauen in Schwarz“ – Nichtfest für das Berliner Schloß/Humboldt-Forum

Während die Menschen zu Tausenden im Mittelmeer ertrinken oder mit Gewalt abgeschoben werden, wird sich Deutschlands politisches und kulturelles Establishment am Freitag 12.6. um 12 Uhr im engen Kreis der Geladenen als weltoffen, human und liberal feiern. Während Tausende von Gebeinen Kolonisierter aus aller Welt in den Depots der Stiftung Preußischer Kulturbesitz lagern und seit über 100 Jahren für Forschungen missbraucht werden, wird man vom Ethos der europäischen Aufklärung und Wissenschaft und von der Gleichwertigkeit der Menschen reden. Während Deutschland bis heute den Genozid von 1904-08 im heutigen Namibia leugnet (www.genocide-namibia.net), wird man seine "beispielhafte" Bereitschaft zur Übernahme historischer Verantwortung loben. Während die Keller der Dahlemer Museen buchstäblich überquellen vor fremden Schätzen, die in der Kolonialzeit nach Berlin verschifft wurden, wird man die Wertschätzung der Stadt für die Werke außereuropäischer Kulturen betonen.

Unsere internationale Bündniskampagne „No Humboldt 21! Moratorium für das Humboldt-Forum im Berliner Schloss“ (www.no-humboldt21.de) hat das schamlose Prestigeprojekt im Zentrum Berlins seit der Grundsteinlegung „kritisch begleitet“. Immer wieder haben wir dabei auf den wahren Charakter des nach einem Grabräuber benannten Forums verwiesen und die zynische Zurschaustellung von Kolonialraub im Palast der preußischen Sklavenhändler und Kolonialherrscher angeprangert. Dabei haben wir die Solidarität und Unterstützung von mehr als 80 Initiativen und Organisationen im In- und Ausland erhalten und uns den Unwillen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz zugezogen.

Wir werden auch zum Richtfest nicht schweigend zusehen und am Freitag, 12.6. ab 11 Uhr mit vor Ort sein. Vorbehaltlich der polizeilichen Genehmigung werden wir uns im Lustgarten – also direkt neben dem Schlossrohbau – treffen. Erste Ideen für unser „Nichtfest“ (z.B. schwarze Kleidung für alle, ein Open Microphone für die Stimmen der Marginalisierten, thematische Figuren als Kopfschmuck, etc) gibt es bereits. Wir sind gespannt auf das, was Ihr selbst noch einbringen wollt!

Wer Lust und Zeit hat, die Veranstaltungen mit zu planen und durchzuführen sei daher herzlich eingeladen zu einem Vorbereitungstreffen am Do, 4.6. um 18:30 in der Kameruner Str. 1!nDie vier Poster der No-Humboldt21-Kampagne stehen unter einer Creative Commons Lizenz und können zur nicht-kommerziellen Nutzung unter Angabe der Lizenz zur freien Verfügung und können hier als pdf heruntergeladen werden (je ca. 30 MB): nPoster 1 / Poster 2 / Poster 3 / Poster 4

Die Kampagne „No Humboldt 21!“ wird getragen von AfricAvenir, AFROTAK TV cyberNomads, artefakte/anti-humboldt, Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag, Berlin Postkolonial, glokal, Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD).

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